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(Eine
Sage aus dem Raum Gummersbach)
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Zu der Kreisstadt Gummersbach gehört die Gemeinde Lieberhausen,
die auch wegen seiner „Bunten Kirche" sehr bekannt geworden
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Vor vielen hundert Jahren aber waren die Einwohner Lieberhausens
weit
und breit bekannt, ebenso sehr durch ihre Armut, als durch ihre
Dummheit.
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Nur ein einziges gescheites Männlein wohnte damals im Dorfe
Lieberhausen, das hieß Hick.
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Hick lebte mit seinen fünf Kindern allein, denn seine Frau war bei
der
Geburt des letzten Kindes gestorben. Sein ganzer Besitz bestand
aus einer
kleinen Hütte von Lehm und Baumzweigen aufgebaut und einer alten
Kuh ebenso eine klare frische Quelle, die neben seiner Hütte aus
dem
Felsen sprang.
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Bittere Not herrschte in Hick's Häuschen und es verging kein Tag,
wo er
und seine Kinder vor Hunger kein Auge zutun konnten. Eines Tages
aber
überlegte Hick wie er dem ein Ende bereiten könnte. Er schlachtete
seine
treue Kuh und machte sich mit dem Fell auf dem Weg nach Köln, um
es
dort zu verkaufen. Unterwegs gelang es ihm einen Raben zu fangen.
In
Köln angekommen, bekam er sehr wenig Geld für sein Kuhfell. Auf
dem
Rückweg nach Lieberhausen machte er Rast in einem Wirtshaus. Dort
bekam er mit, dass die junge Wirtin mit einem Mönch turtelte und
ihm
Essen und Trinken schenkte. Als die junge Frau aber den Wirt auf
dem
Marktplatz sah, versteckte sie schnell den Mönch und auch das Essen.
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Der Wirt sprach Hick dann auf seinen Raben an und Hick erzählte
ihm,
dass der Rabe ein Wahrsager sei. Der Wirt glaubte ihm natürlich
nicht
und wollte eine Probe haben. Hick kniff den Raben in den Schwanz
und
der Rabe krächzte natürlich vor Schmerz auf. Hick erzählte dann
dem
Wirt, dass eine Flasche Wein unter der Bettdecke liegt. Der Wirt
schaute
nach und es stimmte. Anschließend wollte der Wirt noch mehr wissen
und
gab Hick dafür sehr viel Geld. Alle Wahrsagungen stimmten und der
Wirt
kaufte schließlich den Raben. Hick jedenfalls zog fröhlich zurück
zu
seinen Kindern.
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Im Dorf wollten schließlich alle wissen, woher er das Geld hat und
Hick
erzählte den Dorfbewohnern, dass er dies alles für das Kuhfell bekommen
hatte. Daraufhin gingen alle Leute aus Lieberhausen nach Köln, um
ihre
Felle zu verkaufen. Dort merkten sie, dass Hick die Unwahrheit
gesprochen hatte. Wieder zu Hause steckten sie den Hick in ein Fass
und
wollten ihn im Rhein ertränken. Doch auch diesmal gelang es Hick,
sich
aus dieser Situation zu retten. Er tauschte seinen Platz im Fass
mit einem
Schafhirten, dem er erzählte, dass er Bischof in Köln werden würde.
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Die Dorfbewohner verstanden es gar nicht, dass Hick noch am Leben
war
und zudem Besitzer einer großen Schafherde geworden ist. Hick aber
erzählte den Leuten, die Schafherde habe er im Rhein gefunden. Dort
seien Schafe für ganz Lieberhausen. Alle Bewohner von Lieberhausen
wanderten zurück zum Rhein. Dort angekommen, trieb Hick seine
Schafherde ganz nah ans Ufer, so dass sich die Tiere unten im Wasser
spiegelten. Hick forderte die Lieberhäuser ebenfalls auf, ganz nah
ans
Ufer zu kommen und dann sahen sie eine unendliche Menge Schafe auf
dem Grund des Rheins. Nach und nach sprangen alle in den Rhein,
denn
jeder wollte der erste sein, um sich Schafe zu holen – doch sie
ertranken!!
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Hick aber kehrte mit seiner Schafherde nach Hause zurück. In
Lieberhausen wohnt seitdem ein ganz anderer Menschenstamm. Dennoch
hört man dort von dieser Geschichte nicht gern etwas. Der Name Hick
ist
bis auf den heutigen Tag ein Schimpfname für das ganze Kirchdorf
Lieberhausen. Wehe dem, der ihn dort zufällig nennen sollte.
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